Rückblick auf die Saison 2017

folgender Beitrag stammt aus der Ausgabe 01/2018 Radsport in Sachsen

Bioracer-Cross-Cup

Rückblick auf eine großartige Serie

Die 11. Auflage der Bioracer-Serie ist Geschichte und Anlass für uns, nochmals eine Auswertung vorzunehmen. Leider begannen die Vorbereitungen doch etwas „holprig“, um es einmal sehr freundlich auszudrücken.

Im Vorfeld trafen sich die Verantwortlichen der Landesverbände Thüringens, Sachsen-Anhalts und des SRB, um den Austragungsmodus für die 11. Auflage dieser „Mitteldeutschen Serie“ festzulegen. Bereits hier gab es unterschiedliche Auffassungen, denn unser bis­heriger Vertreter, Sven Lohse aus Chemnitz, im Vorjahr neu gewählter Fachwart Straße/Cross und auch zuständig für die Belange des Hauptsponsors, wies – wie schon in den letzten Jahren – eindringlich darauf hin, dass die Qualität von einigen der in die Wertung einbezogenen Rennen dringend zu verbessern wäre, so dass damit die Serie einen höheren Standard erreichen könnte. Ein Ansinnen, das durchaus berechtigt war. Die beiden übrigen lehnten dies ab und beharrten auf dem Standpunkt, dass die bisherigen Ausrichter eine Art Bestandsschutz genießen müssten. Dafür sollten sich gestandene Wettbewerbe, welche beispielsweise bereits Deutsche Meisterschaften ausgerichtet hatten, jährlich für die Serie neu „bewerben“. Ein Unding, denn das wichtigste Ziel sollte sein, auch bei den Ausrichtern eine Art Wettbewerb zu schaffen, um die Rennen in höchst möglicher Qualität anzubieten. Die Gesamtzahl könnte erhöht werden und bei zwei Streichresultaten entscheiden sowieso die Aktiven, nicht so attraktive Läufe gegebenenfalls wegzulassen.

Die Diskrepanzen wurden leider nicht sachlich ausdiskutiert und gipfelten in unsportlichen persönlichen Diffamierungen und Drohungen gegenüber unserem Fachwart und sogar bei dessen Arbeitgeber, der seit zehn Jahren die Serie großzügig als Hauptsponsor unterstützt hat. Nach den verbalen Ausfällen, speziell des Vertreters aus Thüringen, war leider das Tischtuch um eine gemeinsame Serie in Mitteldeutschland zerschnitten. Es war ein in jeder Hinsicht unwürdiges Verhalten, dass so nicht hinzunehmen ist.

Ausrichter nur noch aus Sachsen

Also legte Sven Lohse zusammen mit unseren Veranstaltern eine Serie von insgesamt acht Rennen in Sachsen fest. Dabei wurden die vier Wettkämpfe in Störmthal, Schwarzenberg, Radibor und Chemnitz sogar bundesoffen ausgeschrieben, was zwar für die Ausrichter ein höheres Budget durch die Bereitstellung der vom BDR geforderten Preisgelder bedeutete, aber auch einen größeren Zulauf bescherte.

Speziell diese, jedoch vom Niveau und der sehr guten Organisation her, wären auch die übrigen vier Rennen in Grimma, Lichtenstein, Dresden und Borna jederzeit in der Lage, auch einen Deutschland-Cup auf die Beine zu stellen.

Sechs Rennen in der Wertung

Nach dem geglückten Auftakt in Grimma – traditionell von „Kaiserwetter“ begleitet – folgte eine Woche später die Doppelveranstaltung in Störmthal und Schwarzenberg. Bei miserabelstem Wetter, begleitet von strömendem Regen und empfindlicher Kühle, machte das von Ex-Profi Robert Förster und seinen Mitstreitern bestens vorbereitete „Nacht-Event“ zur Tortur. Demzufolge klagten viele Teilnehmer, vor allem die Elite-Klasse, das sie erst weit nach Mitternacht durch Heimfahrt und Radpflege ins Bett kamen und dann in Schwarzenberg sehr schwere Beine hatten.

Unschöner Abschluss dieser bestens durchgeführten Veranstaltung war allerdings ein Vorfall, über den sich einige Sportler im Nachhinein über die sozialen Medien beschwerten. Es ging um den angeblich unberechtigten Start eines polnischen Wettkämpfers, der obendrein noch gewonnen hatte. Dabei griffen sie neben dem Wettfahrausschuss auch den Ausrichter an, obwohl beiden nichts vorzuwerfen war. Der Sportler hatte bei seiner Anmeldung eine gültige Lizenz vorgelegt und war und somit rein formal startberechtigt.

Die Facebook-Nutzer scheinen auf jeden Fall die AGB’s dieser Me­dien besser zu beherrschen, als die Wettkampfbestimmungen der UCI/ BDR.

Auf jeden Fall hat der WAV beim polnischen Verband angefragt, ob an dieser Sache etwas dran ist. Eine Antwort gab es allerdings bisher nicht!

Leider konnten zwei Rennen nicht zur Durchführung gelangen. Der Wettkampf in Bautzen/Radibor fiel dem Orkan Herwart zum Opfer. Nachdem nachhaltige Unwetterwarnungen Schlimmes ahnen ließen – was auch leider eintrat – musste ein großer Teil der Starter und auch Verantwortliche des WA vorzeitig die Waffen strecken und konnten nicht anreisen. Deshalb wurde das Rennen noch am Sonntagmorgen abgesagt.

Kurzfristig angesagte Baumfällarbeiten wegen der Sturmschäden verhinderte auch das Rennen in Lichtenstein, doch wollen die Organisatoren auf jeden Fall in diesem Jahr wieder dabei sein.

Wie schon erwähnt, litt die LVM in Dresden unter mangelnder Teilnahme in einzelnen Klassen, was leider auch sicher mit dem miserablen Wetter und der Tatsache zusammenhing, dass zur gleichen Zeit ein BDR-Bahnsichtungsrennen in Frankfurt/Oder stattfand.

Keine Streichergebnisse

Da es durch die zwei Ausfälle in dieser Serie kein Streichergebnis gab, ging es bis zum Schluss in den einzelnen Klassen meist sehr eng zu.

Nachdem in den letzten Jahren die Teilnehmerzahlen regelrecht explodierten, zeigten die geschilderten Querelen im Vorfeld doch deutliche Spuren, zumal die Verantwortlichen von Thüringen und Sachsen-Anhalt ebenfalls eine Serie durchführten. Allerdings waren in Sachsen bei allen Wettkämpfen stets zwischen 150 und 200 Teilnehmer am Start, ansprechende Felder mit vorwiegend regionalem Charakter, von denen andere LV nur träumen können.

Trotzdem ist mehr als unverständlich, das bereits in den letzten Jahren die Verweigerung verschiedener Vereine, wie beispielsweise des SC DHfK oder des SSV Heidenau, vor allem im Nachwuchs mit ihren Sportlern zu starten. Damit nimmt man ihnen doch die Möglichkeit, unter Wettkampfbedingungen ihre technischen Fähigkeiten weiter auszubilden, Erfolgserlebnisse zu erzielen und damit den tristen Trainingsalltag aufzulockern. Sehr schade! Es ist viel kritisiert worden, leider bisher ohne Ergebnis.

Überragender RSV Venusberg

Dem gegenüber stehen Vereine, wie der (wieder einmal) überragende Sieger der Vereinswertung, der RSV Venusberg, in dem Radsport nicht nur gelebt, sondern zelebriert wird. Auch der Zweitplatzierte Dresdner SC verdient Erwähnung, der sich neben seinem Frauenpower vor allem im Nachwuchs präsentierte und der RSV Chemnitz als Dritter dieser Tabelle, der neben der „Alten Garde“, die bewundernswert mit fightet, auch viele neu gewonnene Talente in die Rennen schickte und gemeinsam mit dem RSV ACL sowie dem RSV Speiche auf die nächsten Plätze lief und fuhr!

Immerhin 115 Vereine beteiligten sich mit 383 Fahrern an den Rennen, was natürlich aus den genannten Gründen rückläufig war, aber dennoch für unseren SRB eine Erfolgsgeschichte darstellt.

Für 2018 haben bisher bereits 10 (!) Vereine gegenüber dem Fachwart Straße/Cross den Wunsch geäußert, ihr Rennen doch in die Serie einzubeziehen, die definitiv weitergeführt werden wird. Eine erfreuliche Tatsache! Wenn es nun noch gelingt, die Termine so zu koordinieren, dass Überschneidungen oder zeitliche Probleme wegfallen, sind wir auf dem richtigen Wege.

S.L. / W.S.

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